Nobbi, Harvest und Neil Young

Musikalische Erinnerungen an einen alten Freund
von und mit Stefan Hufschmidt

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Nobbi, großer Neil Young-Fan und letzter Hippie der Stadt, ist verschwunden. Entlang der Songs von Neil Youngs berühmter Platte „Harvest“ begibt sich Stefan Hufschmidt auf Spurensuche in die Zeiten von Woodstock, Liebeskummer und Räucherstäbchen.

PRESSESTIMME

Theater Vorpommern zeigt Nobbis Reise zu Neil Young

Der Schauspieler Stefan Hufschmidt begibt sich in die Zeit der Hippies und Räucherstäbchen

Mit einer Hommage an Neil Young beendete das Theater Vorpommern am Sonnabend seinen Premierenreigen 2019. Im letzten Bühnenstück des Jahres „Nobbi, Harvest und Neil Young“, das im Greifswalder Rubenowsaal aufgeführt wurde, begibt sich der Schauspieler Stefan Hufschmidt auf eine Spurensuche. Sie führt in die 1968-er-Jahre, zu Neil Young und wohl auch zu sich selbst.

Hufschmidt, 59 Jahre alt, geboren in Mühlheim an der Ruhr, ist seit der Spielzeit 2017/18 festes Ensemblemitglied am Theater Vorpommern. In „Nobbi, Harvest und Neil Young“ verwandelt er sich in Nobbi, den letzten Hippie der Stadt, der bald seinen 60. Geburtstag feiert. Es gibt bloß ein Problem: Nobbi ist verschwunden. Und so beginnt die Suche. In einer Zeit, die von Räucherstäbchen, langen Haaren, Flokati-Teppichen und Schallplatten umrahmt ist. Eine Zeit, wie sie Hufschmidt wohl selbst in seiner Jugend erlebt hat. Das Album „Harvest“ war das erste, das er als Teenager geschenkt bekam. Hufschmidt war damals 13 und fasziniert von den Titeln des kanadischen Sängers, die heute so etwas wie Weltkulturerbe sind. Er spielt viele Lieder von Neil Young auf der Gitarre und begleitet sich auch mit der Mundharmonika. Er beginnt mit „Hey, hey, my, my“. Es folgen „Old man“, „Words“. Und natürlich singt Hufschmidt Neil Youngs Superhit „Heart of Gold“.

Das Herz aus Gold ist es, was Nobbi sucht und doch nicht zu finden vermag. In kurzen Texten zwischen den Liedern beschreibt Hufschmidt seine Mansarde, die sein Refugium ist, schildert, wie Nobbi um seine erste Liebe buhlt, dann in die USA geht. Nobbi schafft es nicht, seinen Marihuana-Konsum einzuschränken. Auch nicht, als er älter wird. Aber er schafft es, eine „Harvest“-Platte nach Torgau zur DDR-Verwandtschaft zu schmuggeln. Mit dem Resultat, dass sie dort von einem zum anderen gereicht und massenhaft auf Tonband überspielt wird. So nimmt auch Torgau in Sachsen am Erfolg von „Harvest“ teil. Und so findet sich auch der Teenie aus der DDR, der heute um die 60 ist, in der Geschichte wieder.

„Harvest“ war das vierte Soloalbum von Neil Young. Mit fast sieben Millionen Platten rangiert „Harvest“ auf Rang 78 unter den weltweit meistverkauften Alben aller Zeiten.

Reinhard Amler, Ostseezeitung, 16.10.19