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Der Troubadour (Il trovatore)

Oper in vier Teilen von Giuseppe Verdi
Libretto von Salvadore Cammarano und Leone Emmanuele Bardare
nach dem Drama "El trovador" von Antonio García Gutiérrez

in italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Termine

  • 20.12.2019 19:30 Uhr Großes Haus, Greifswald
  • Einführung im Foyer 18.45 Uhr
  • Karten kaufen
  • 19.01.2020 16:00 Uhr Großes Haus, Greifswald Karten kaufen
  • 25.01.2020 19:30 Uhr Großes Haus, Stralsund
  • Einführung im Foyer 18.45 Uhr
  • Karten kaufen
  • 28.02.2020 19:30 Uhr Großes Haus, Greifswald
  • Einführung im Foyer 18.45 Uhr
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  • 01.03.2020 16:00 Uhr Großes Haus, Stralsund Karten kaufen
  • 04.04.2020 19:30 Uhr Großes Haus, Greifswald Karten kaufen
  • 10.04.2020 19:30 Uhr Großes Haus, Stralsund Karten kaufen

Am Anfang steht ein grausamer Mord — abgrundtiefer Hass nährt den manischen Wunsch nach Rache und Vergeltung: Der Troubadour Manrico und Graf Luna sind nicht nur politische Gegner inmitten eines wütend tobenden, blutigen Bürgerkrieges, sondern sie kämpfen verbissen um dieselbe schöne Frau — Leonora —, die sie beide auf fanatische Weise lieben. Doch was wäre, wenn die Rivalen wüssten, dass ihre Vergangenheit von einem düsteren Geheimnis überschattet
ist und ihre Schicksale untrennbar miteinander verbunden sind?
Obskure Gräueltaten, Verzweiflung, Verrat, Mutter- und Kindesliebe, ein Bruderkonflikt und ein Erbfolgestreit — Giuseppe Verdi war fasziniert von den Themen, die die „Schwarze Romantik“ des frühen 19. Jahrhunderts bereit hielt. Mit dem „Troubadour“, dem Herzstück seiner „Trilogia popolare“, sprengte der Komponist die Grenzen der Oper seiner Zeit, die durch ihren außerordentlichen Melodienreichtum dramatisch bewegter Arien und Duette, fesselnde Chöre und einen spannungsgeladenen Orchesterpart ungeahnte neue Energien freisetzte.

 

 

 

Angebot der Theaterpädagogik:

Workshops zur Vor- und Nachbereitung, Gespräche, Vorschau für Pädagog*innen

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Kontakt Theaterpädagogik: Sabine Kuhnert

PRESSESTIMME

Zwischen Schock und Schwermut

Die Verdi-Oper "Der Troubadour" feiert im Stralsunder Theater eine gelungene Premiere

Der Intendant des Theater Vorpommerns, Dirk Löschner, wagte sich höchstselbst an die Inszenierung der Verdi-Oper und transferierte die Handlungsorte der mittelalterlichen Kriegsszenerien in die Jetztzeit.

Wir schreiben das Jahr 1412: Es herrscht Bürgerkrieg in den spanischen Provinzen Biscaya (heutiges Baskenland, Hauptstadt Bilbao) und Aragonien (Hauptstadt Saragossa). In diesen blutigen Wirrnissen siedelte Guiseppe Verdi seine dramatische vierteilige Oper „Der Troubadour“, die 1853 zur Uraufführung in Rom kam, mit einer darin verwobenen Liebesgeschichte an.

„Il Trovatore“, so der Originaltitel seiner zweiten Oper neben „Rigoletto“ und „La Traviata“ bildete das Herzstück seiner sogenannten Trilogia populare. Im „ Troubadour“ versammelte Verdi seine ihm zu dieser Zeit wichtigsten Themen wie Eifersucht, Racheschwüre, Brudermord und Gifttod.

Kriegsszenerien bis Jetztzeit

Der Intendant des Theater Vorpommerns, Dirk Löschner, wagte sich höchstselbst an die Inszenierung der Verdi-Oper und transferierte die Handlungsorte der mittelalterlichen Kriegsszenerien in die Jetztzeit. Mit automatischen Schnellfeuerwaffen, in paramilitärischen Uniformen oder auch Jogginganzügen aus Ballonseide marodierten die Krieger in Löschners Inszenierung, die am Samstagabend im Stralsunder Haus des Theaters Vorpommern ihre Premiere hatte, durch das Geschehen (Kostüme und Bühnenbild von Christopher Melching). Leonora (Sopranistin Nina-Maria Fischer) , Gräfin von Sorgasto und Hofdame der Prinzessin von Aragon, ist unsterblich in Manrico (Tenor: Karo Khachatryan) , Troubadour und Offizier des Grafen von Urgel, verliebt. Doch Graf von Luna, ein aragonischer Edelmann (Bariton: Thomas Rettensteiner), hat auch ein Auge auf die schöne, fragile Leonora geworfen. Die Rivalen geraten zwangsläufig aneinander und liefern sich im Verlauf der vier Opernakte nicht nur Wortgefechte. Thomas Rettensteiner gibt mit Bravour den Grafen Luna als selbstgefälligen, machtlüsternen Edelmann, der sich seiner Sache fälschlicher Weise ziemlich sicher ist.

Publikum gerührt

Mit der erforderlichen Sensibilität für seine zur Schwermut neigende Bühnenfigur verkörpert Karo Khachatryan seine Gesangsgrolle als Manrico höchst glaubwürdig. Sopranistin Nina-Maria Fischer singt sich als todunglückliche Leonora ergreifend die ausweglose Verzweiflung aus der Seele und rührte das Publikum an. Dass sie ihr eigenes Kind versehentlich den Flammen opferte und später ihren Ziehsohn Manrico verliert, hat die Zigeunerin Azucena (Mezzosopranistin: Judith Christ) als Seelenqual aufgebürdet bekommen, und dieses intonierte Mutterleid gehörte zu den emotional ergreifendsten Momenten der Aufführung.

Schreckensmoment bei den Zuschauern

Für einen schockartigen Schreckensmoment im Publikum sorgte hingegen eine Szenerie, als urplötzlich schwer bewaffnete Männer in Kampfanzügen über die Seiteneingänge in den Theatersaal stürmten und die Premierengäste in die Mündungsläufe von Maschinengewehren sehen ließen.

Von Christian Rödel (Ostsee-Zeitung, 13.10.2019)